
Warum kann ich mich nicht entscheiden, obwohl ich alle Fakten habe?
Sie haben die Zahlen. Sie kennen die Optionen. Ihr Vorstand wartet. Investoren fragen nach. Und trotzdem treffen Sie keine Entscheidung. Seit Wochen. Seit Monaten. Entscheidungsstau in der Geschäftsführung ist eines der teuersten Phänomene in Organisationen.
Aber: Nicht weil die Führungskraft inkompetent wäre, sondern weil sie zu kompetent ist.
Was passiert im Gehirn bei Entscheidungsblockaden?
Ihr Gehirn verarbeitet mehr Variablen als das Ihrer Kollegen. Sie sehen Konsequenzen zweiter und dritter Ordnung. Sie antizipieren Risiken, die andere erst in zwölf Monaten erkennen würden. Die Neurowissenschaft nennt das erweiterte Mustererkennung. Die Verhaltenstherapie nennt es Analyse-Paralyse. Kompetenzhyperdominanz nennt es: eine kognitive Kapazität, die das Organisationsformat übersteigt. Nicht zu wenig Entschlusskraft. Zu viel Komplexitätsverarbeitung.
Die Hebb’sche Lernregel zeigt: Cells that fire together, wire together. Je öfter Ihr Gehirn komplexe Muster verarbeitet, desto stärker wird die neuronale Verschaltung für genau diese Komplexität. Konfrontationsverfahren, die in der Verhaltenstherapie bei Angststörungen eingesetzt werden, verstärken bei Kompetenzhyperdominanz die Blockade – weil sie die Verknüpfung zwischen der Fähigkeit und dem Leiden an ihr vertiefen.
Gibt es ein Coaching gegen Entscheidungsblockaden im Management?
Coaching mit Johannes Faupel arbeitet nie gegen ein „Symptom“, sondern immer für ein Ergebnis.
Die meisten herkömmlichen Executive-Coaching-Programme arbeiten mit Themen und Hilfsmitteln wie Entscheidungsmatrizen, Eisenhower-Prinzip und künstlichem Zeitdruck. Das funktioniert, wenn das Problem auf Informationsmangel basiert. Wenn das Problem kognitive Überkapazität ist, verstärkt Zeitdruck die Blockade – denn dasGehirn weiß, dass die schnelle Entscheidung Variablen ignoriert, die es bereits erkannt hat.
Die systemische Arbeit mit Kompetenzhyperdominanz setzt an der Ursache an: an der überdimensionierten Fähigkeit zur Komplexitätsverarbeitung. In einer einzigen Sitzung von drei bis vier Stunden wird das Kompetenzmuster hinter dem Entscheidungsstau sichtbar – und ein Rahmen entsteht, der die Komplexität Ihres Denkens halten kann. Aaron Antonovskys Kohärenzgefühl – Verstehbarkeit, Handhabbarkeit, Sinnhaftigkeit – steigt unmittelbar, wenn die Kompetenz hinter dem Symptom bzw. Phänomen benennbar wird.
Autor
Johannes Faupel
Systemischer Therapeut und Berater (SG- und IGST-zertifiziert)
Praxis in Frankfurt am Main
Springer-Fachbuchautor – Burnout-Prävention (2020)
Geleitwort Dr. Gunther Schmidt • Europäisches Patent
Konzeptentwickler: Kompetenzhyperdominanz
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