Warum verliere ich meine besten Führungskräfte?

Wenn es in der Führung zu Differenzen kommt, dann sind die Gründe oft unausgesprochen.

Sie zahlen überdurchschnittlich. Sie bieten Entwicklung, Flexibilität, Wertschätzung. Und trotzdem kündigen die Besten? Jede Neubesetzung einer Schlüsselposition schlägt mit dem Anderthalbfachen bis Dreifachen des Jahresgehalts zu Buche – Wissensverlust, Einarbeitung, Teambruch nicht eingerechnet. Mitarbeiterfluktuation in Führungsteams ist selten ein Vergütungsproblem. Häufig ist es ein Kompetenzmuster-Problem.

Warum gehen oft gerade die Besten?

Kompetenzhyperdominanz beschreibt, was häufig zwischen C-Level und den Teams passiert: Die Leistungsbereitschaft ist so sichtbar, dass sie zur impliziten Benchmark wird. Jeder Tag, an dem Sie demonstrieren, was möglich ist, wird zum stillen Vorwurf an alle, die es nicht können. Die Besten gehen, weil sie spüren, dass sie nie genügen werden. Die Mittelmäßigen bleiben, weil sie den Vergleich nicht wahrnehmen.

Mit dem Blick auf Marvin Minskys „Society of Mind“ würde man sagen: Ihr Leistungs-Agent dominiert die Konferenz. Die Agenten Ihrer Mitarbeiter – Autonomie, Selbstwirksamkeit, Zugehörigkeit – werden überstimmt. Das ist kein böser Wille. Das ist ein systemisches Ungleichgewicht zwischen Kompetenzformaten.

Kann man nicht einfach das ganze Team tauschen?

Man könnte. Zu exorbitanten Kosten. Und mit welchem Ergebnis? Was ist, wenn das neue Team nach achtzehn Monaten dieselbe Dynamik zeigt? Dann liegt das Muster offenbar nicht im Team. Die Lösung ist nicht der Personalwechsel. Zur Lösung zählt das Sichtbarmachen des Kompetenzmusters, das die Fluktuation erzeugt.

In der systemischen Arbeit nach dem Prinzip der Kompetenzhyperdominanz wird sichtbar, welches Kompetenzmuster die Fluktuation erzeugt – und wie es kalibriert werden kann, ohne die fachliche Qualität zu verlieren. Antonovskys Sense of Coherence liefert den Schlüssel: Wenn Ihre Mitarbeiter verstehen, was Sie antreibt, wird Ihre Intensität zum Anker statt zur Bedrohung.

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Autor

Johannes Faupel
Executive Coach (SG- und IGST-zertifiziert)
Praxis in Frankfurt am Main
Springer-Fachbuchautor – Burnout-Prävention (2020)
Geleitwort Dr. Gunther Schmidt • Europäisches Patent
Konzeptentwickler: Kompetenzhyperdominanz
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Executive Coaching und Supervision in Frankfurt

Johannes Faupel: systemischer Executive Coach und Supervisor, zertifiziert von der Systemischen Gesellschaft (SG) und der IGST (Internationale Gesellschaft für systemische Therapie), Partner im hypnosystemischen sysTelios-Netzwerk.
Praxis Schweizer Straße 5, 60594 Frankfurt am Main, fußläufig gut vom Frankfurter Bankenviertel aus erreichbar. Beratungszeiten montags bis freitags zwischen 7:30 und 21:30 Uhr, samstags nach Vereinbarung.

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