Daily Publication: statt guter Vorsätze 365 plus x Sätze im Jahr 2020

Für das Jahr 2020 nehme ich mich als Systemiker, Autor und Texter in die Pflicht: An jedem Tag veröffentliche ich ein Dokument in einem meiner Projekte im Web bzw. schreibe ein Kapitel meines nächsten Buches.

Gute Vorsätze lehne ich ab. Sie sind faule Kredite aus einer Zukunft, die so nie eintreten wird. Weil in Zukunft nie die optimalen Bedingungen für etwas eintreten werden, die ich mir heute in Form guter Vorsätze zu machen versuch.

Ein klares Briefing braucht es und zuverlässiges Berichten der umgesetzten Projekte.

Meine Veröffentlichungen erfolgen zusätzlich zu meiner Arbeit als Systemischer Berater und Texter.

Veröffentlichungen erfolgen zum Thema Ego-States, zur Burnout-Prävention, zur Dynamik von Beziehungen, zum Umgang mit vermeintlichen Zwangsstörungen, zur Change-Kommunikation, zu Sprachmustern und den Auswirkungen ihrer Veränderung, zur Salutogenese, zur Entscheidungsfindung, zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement, zu gesunder Ambivalenz, zu Mind-Rooms, zur Suizidprävention, zum Auflösen von Double Binds und Parentifizierung, zum Umgang mit der Eskalation innerer Skripte und Handlungsmuster, zur differenzierten Betrachtung komplexer Sachverhalte.

Allen diesen Themen ist eines gemeinsam: Ich schreibe und arbeite dafür, den Alltag von Menschen, die sich für gutes Gelingen ihrer Alltage und für Vereinfachung interessieren, zu vereinfachen. Das heißt nicht immer, dass ich die Zusammenhänge und Wechselwirkungen sowie den Kontext von Phänomenen besonders einfach darzustellen versuche. Oft ist auch das Gegenteil der Fall. Unzulässige Vereinfachungen führen zu Verzerrungen und zu Geschwindigkeitsübertretungen beim Denken und Handeln. Dies wiederum führt oft zu Stress und Streit.

Ich will ab 2020 meine Ruhe haben. Mit Ruhe meine ich die Gewissheit, dass ich spätestens an jedem Abend sagen kann: umgesetzt. Veröffentlicht. Das hat zudem einen weiteren praktischen Nutzen. Ich führe meine Projekte zusammen, bringe sie nach meiner ersten Veröffentlichung bei Springer in eine nutzbare Form.

Deshalb nehme ich mich 2020 in die Pflicht

Mit der Ankündigung an diesem 1. Januar 2020, in diesem Jahr jeden Tag etwas zu veröffentlichen, befreie ich mich von der Last der Ausflüchte. Es ist nie der richtige Zeitpunkt, etwas zu schreiben. Immer kommt etwas dazwischen. Da es immer ungünstig zu sein scheint, kann ich das auch umdeuten und beschließen: An jedem Tag gibt es den optimalen Moment, um etwas zu skizzieren, aufzuschreiben und zu veröffentlichen. Die Behauptung, es bräuchte den entsprechenden Vorlauf und die optimalen Rahmenbedingungen, damit ein Text entstehen kann, ist Unsinn.

Hierzu gibt es in „Burnout-Prävention und -Intervention“ ein eigenes Kapitel. Ein Auszug daraus:

„Aufschieben wird zum Burnout-Auslöser

Für das Aufschieben kursiert ein zur Mode gewordenes Fremdwort: Prokrastination. Es beschreibt das ständige Aufschieben von Tätigkeiten – und auch dieses Phänomen kann in den Burnout führen. Der Begriff kommt von lateinisch procrastinare = vertagen.

Wer das eine vertagt, zieht das andere vor. Natürlich sind längst nicht alle Priorisierungen angemessen. Unter ihnen gibt es auch erratische, fehlerhafte. Als erratische Priorisierungen bezeichne ich innere, falsch angelegte Vorfahrtsregelungen, die zu Kollisionen im Außen führen. Beispiel: Die Steuererklärung steht an. Das Finanzamt hat bereits die Abgabe angemahnt und ein Zwangsgeld angedroht. Angesichts dieser gefühlten Bedrohung des Alltagsfriedens startet … ein innerer Werbefilm für ein soziales Projekt in der eigenen Familie.

Das soziale Projekt heißt am einen Tag „Bügelwäsche“ und bekommt einen hohen Prioritätsstatus. Am anderen Tag sind es die „Fenster im Wohnzimmer“, die dringend geputzt werden müssen. Oder ein Großeinkauf Grillkohle, der zur Idee der Einladung der lieben alten Freunde führt. Diese Einladung muss am Rechner gestaltet und verschickt werden – ist ja auch für den Zusammenhalt der Familie und überhaupt.
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Was kann ich tun? Kaum ist ein solches, ethisch einwandfreies Projekt gefunden, kann die Steuer- erklärung getrost auf Wiedervorlage gesetzt werden. Meint man. Der innere Werbefilm hat es ermöglicht.

Wie geht diese Geschichte weiter?

Nach einigen Stunden setzt sich der Bügler oder Fensterputzer erschöpft hin und bewundert sein Werk. Es folgt etwas Öffentlichkeitsarbeit, die von Würdigung inner- halb des Sozialverbundes (Familie) belohnt wird. Eine runde Sache. Keiner bekommt mit, dass das Finanzamt bereits die Abgabe der Steuererklärung angemahnt hat. Das hat Zeit für später. Jetzt geht es um die „Low Hanging Fruits“ – ein Lieblingsbegriff in der Marketingszene für schnell mögliche Erfolge, der hier ganz gut passt.

Was genau ist hier passiert? Was war emotional mit der Steuererklärung verbunden?

Es lohnt sich, das Phänomen des Aufschiebens oder der erratischen (fehlerhaften) Priorisierung etwas genauer zu betrachten. Offensichtlich war das Erledigen der Steuererklärung mit der Vorstellung von viel Mühsal und Entbehrung verbunden. Der einsetzende Zorn des Finanzamtes schien über der Sache zu hängen. Hinzu kam eine Vorstellung vom Sortieren und Tabellenführen, die in etwa das Arbeitsausmaß eines Pyramidenbaus erahnen ließ. Da erscheint es logischerweise besser, die produktive Flucht zu ergreifen. Die Flucht in eine bessere Welt, in der Anerkennung und Wohlwollen an der Tagesordnung sind. Und so entstand das Bügel-Fensterputz-Projekt. Im Sinne der kurzfristigen Schmerzvermeidung war das Substitut gut geeignet. Langfristig ist das Aufschieben ein Gift, wie jeder insgeheim weiß.”

Weiterlesen? Hier geht es zur Website des Buches „Burnout-Prävention und -Intervention“.

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04.01.2020: Online-Coaching
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06.01.2019: Radikaler Konstruktivismus
07.01.2020: Fehlerfreundlichkeit
08.01.2020: Arbeit mit dem Limbischen System
09.01.2020: Führungskräfte-Coaching
10.01.2020: So funktioniert Beratung
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14.01.2020: Teamcoaching – Umsetzung
16.01.2020: Musterunterbrechung
17.01.2020: Was ist systemisches Coaching?
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