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Was ist die Grundlage tragfähiger Entscheidungen?

Die Grundlage tragfähiger Entscheidungen ist die ausgewogene Verbindung von Daten zum Kontext mit den Faktoren Rationalität, Emotion und Erfahrung.

Was sind die 3 zentralen Parameter des Entscheidens im Detail?

Daten, Menschen, Normen.

1. Parameter: Informations‑ und Bewertungsbasis

Datengestützte Informationshintergründe und Berechnungsgrundlagen:

  • Ziele & Nutzen: Entscheidungen beruhen auf der Abwägung von erwarteten Ergebnissen (Nutzen, Kosten, Risiken) – klassisch in der Erwartungs‑/Nutzen‑Theorie und moderneren Modellen (Risiko, Ambiguität) beschrieben (Lam et al., 2025; Krewski et al., 2022).
  • Mehrere Kriterien: Reale Entscheidungen nutzen meist mehrere Kriterien (z.B. Kosten, Qualität, Sicherheit); Verfahren wie Simple Additive Weighting und Analytic Hierarchy Process gewichten diese explizit (Beissel, 2016).
  • Unsicherheit & Ambiguität: Unterschiede in Risiko‑ und Ambiguitätsaversion sind zentrale Parameter, werden teils durch sozioökonomischen Hintergrund (z.B. Einkommen) mitbestimmt (Lam et al., 2025).

2. Parameter: Kognitive, emotionale und neuronale Grundlagen

Human-assoziierte Faktoren für Entscheidungen: Gehirnfunktionen, Emotionen, neuronale Verbindungen im Gerhien

  • Präfrontale Hirnregionen kodieren Wert, Vergleich und Konflikt: Orbitofrontal/vmPFC für Belohnungs‑ und Werteinschätzung, dorsolateraler PFC für komplexe, mehrquellige Information, anteriore Cingula für Konflikt und Outcome‑Monitoring (Krawczyk, 2002; Gold & Shadlen, 2007).
  • Entscheidungen integrieren rationale, emotionale und „spirituelle“ Wissensfelder; dynamische Wissensintegration sagt gute Managemententscheidungen besser voraus als reine Rationalität (Bratianu et al., 2020).
  • Viele scheinbare „Biases“ lassen sich als Bayes’sche, ressourcengebundene Anpassungen an Lernhistorie und Kontext verstehen (effiziente Kodierung, adaptive Rationalität) (Summerfield & Parpart, 2021; Oppenheimer & Kelso, 2015).

3. Parameter: Kontext, Normen und Werte

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Werte und Normen:

  • Soziale Einflüsse (Normen, Peers, soziale Belohnung) formen Bewertung, Handlungswahl und Lernen über Rückmeldungen (Lee & Chung, 2022).
  • In Risiko‑ und Gesundheitsfragen helfen klar formulierte Ziele und normative Prinzipien (z. B. Vorsorgeprinzip, Kosten‑Effektivität, Beteiligung der Betroffenen) bei konsistenten Entscheidungen (Krewski et al., 2022).

Übersicht wichtiger Parameter in Entscheidungsprozessen

 

Parametergruppe Beispiele Quellen
Ziele/Nutzen/Risiko Erwarteter Nutzen, Verlustaversion, Ambiguität (Beissel, 2016; Summerfield & Parpart, 2021; Lam et al., 2025; Krewski et al., 2022)
Kognition & Emotion Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Affekt, Stress (Krawczyk, 2002; Bratianu et al., 2020; Gold & Shadlen, 2007; Khemka, 2021)
Soziale & kulturelle Faktoren Normen, Identität, Kultur, Einkommen (Bratianu et al., 2020; Lam et al., 2025; Lee & Chung, 2022; Chen & Antonelli, 2020; Leonov, 2023)

Tabelle: Zentrale Parametergruppen von Entscheidungsprozessen

Zusammenfassung – gute Entscheidungen

Gute Entscheidungen beruhen nicht nur auf „logischem Abwägen“, sondern auf einem Zusammenspiel aus klaren Zielen und Kriterien, dem Umgang mit Unsicherheit, kognitiven und emotionalen Prozessen im Gehirn sowie sozialen und kulturellen Kontexten. Systematische Methoden (gewichtete Kriterien, strukturierte Risiko‑Prinzipien) helfen, diese vielfältigen Grundlagen explizit und nachvollziehbar zu machen.

Fragen zu Entscheidungsstau, Entscheidungshindernissen und Entscheidungsblockaden

Wie kommt es zu Entscheidungsblockaden?

Wer oder was blockiert Denkprozesse und Systeme, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen? Lesen Sie hier mehr über die Ursachen von Entscheidungsblockaden.

Wie, auf wen und worauf können sich Entscheidungsblockaden auswirken?

Wer und was ist davon betroffen, wenn eine relevante Entscheidung nicht getroffen wird? Hier finden Sie Hintergründe zu den Auswirkungen von Entscheidungsblockaden.

Welche materiellen und immateriellen Kosten können durch aufgeschobene Entscheidungen im Privatleben entstehen?

Wer und was ist davon betroffen, wenn eine relevante Entscheidung nicht getroffen wird?

Welche materiellen und immateriellen Kosten können durch aufgeschobene Entscheidungen zur Karriere entstehen?

Wer und was ist davon betroffen, wenn eine relevante Entscheidung nicht getroffen wird?

Welche materiellen und immateriellen Kosten können durch aufgeschobene Entscheidungen in Unternehmen entstehen?

Wer und was ist davon betroffen, wenn in Unternehmen relevante Entscheidungen nicht getroffen werden? Informationen über Kosten und Betroffene bei aufgeschobenen Entscheidungen in Unternehmen.

Welche bewährten und wissenschaftlich fundierten Methoden gibt es, um eine Entscheidungsblockade im Unternehmen aufzulösen?

Wie lassen sich Entscheidungsstaus und Entscheidungsblockaden in Unternehmen auflösen und sowohl tragfähige Einzelentscheidungen als auch gute gemeinsame Entscheidungen finden? Welche anerkannten Methoden gibt es in der Wirtschaft, in der Systemischen Beratung und im Coaching? Wissenschaftlich fundierte Ansätze zur Auflösung von Entscheidungsblockaden in Unternehmen

 

Entscheidungen – wissenschaftliche Hintergründe

Krawczyk, D. (2002). Contributions of the prefrontal cortex to the neural basis of human decision making. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 26, 631-664. https://doi.org/10.1016/s0149-7634(02)00021-0

Beissel, S. (2016). Foundations of Decision Making. **, 143-157. https://doi.org/10.1007/978-3-319-30460-1_5

Bratianu, C., Vătămănescu, E., Anagnoste, S., & Dominici, G. (2020). Untangling knowledge fields and knowledge dynamics within the decision-making process. Management Decision. https://doi.org/10.1108/md-05-2019-0559

Summerfield, C., & Parpart, P. (2021). Normative Principles for Decision-Making in Natural Environments.. Annual review of psychology. https://doi.org/10.31234/osf.io/s2wvz

Lam, B., Paskewitz, S., Robbins, H., & Baskin-Sommers, A. (2025). Comparing descriptive and theoretical models of decision-making under uncertainty and their relation to socioeconomic factors. PLOS One, 20. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0332189

Gold, J., & Shadlen, M. (2007). The neural basis of decision making.. Annual review of neuroscience, 30, 535-74. https://doi.org/10.1146/annurev.neuro.29.051605.113038

Lee, H., & Chung, D. (2022). Characterization of the Core Determinants of Social Influence From a Computational and Cognitive Perspective. Frontiers in Psychiatry, 13. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2022.846535

Oppenheimer, D., & Kelso, E. (2015). Information processing as a paradigm for decision making.. Annual review of psychology, 66, 277-94. https://doi.org/10.1146/annurev-psych-010814-015148

Krewski, D., Saunders-Hastings, P., Larkin, P., Westphal, M., Tyshenko, M., Leiss, W., Dusseault, M., Jerrett, M., & Coyle, D. (2022). Principles of risk decision-making. Journal of Toxicology and Environmental Health, Part B, 25, 250 – 278. https://doi.org/10.1080/10937404.2022.2107591

Chen, P., & Antonelli, M. (2020). Conceptual Models of Food Choice: Influential Factors Related to Foods, Individual Differences, and Society. Foods, 9. https://doi.org/10.3390/foods9121898

Khemka, I. (2021). Theoretical Perspectives on Decision Making. Decision Making by Individuals with Intellectual and Developmental Disabilities. https://doi.org/10.1007/978-3-030-74675-9_6

Leonov, Y. (2023). Analysis of the Influence of Psychological Factors on Consumer behavior and the Decision-making Process. Economic Affairs. https://doi.org/10.46852/0424-2513.3.2023.29