Annahmenschuld: Auf wie vielen ungeprüften Annahmen ruht Ihre KI-Kontrolle?
Annahmenschuld (englisches Lemma: Control Assumption Debt) bezeichnet die angehäufte Abhängigkeit einer Kontrollarchitektur von Annahmen, deren fortdauernde Gültigkeit niemand mehr prüft.
Wie häuft sich Annahmenschuld an?
Jedes Kontrollsystem ruht auf Annahmen: über die Datenlage, die Nutzer, die Rechtslage, die Stabilität der Umwelt. Zum Zeitpunkt der Einführung wurden sie geprüft – danach laufen sie unsichtbar mit. Wie bei technischen Schulden wächst die Last still: Jede weitere Entscheidung erbt die ungeprüften Annahmen und baut auf ihnen auf. Fällig wird die Schuld schlagartig – in dem Moment, in dem eine tragende Annahme bricht und alle darauf gestützten Entscheidungen zugleich fragwürdig werden.
Wie messen Sie Ihre Annahmenschuld?
Mit einer Bestandsfrage: Wie viele tragende Annahmen unserer KI-Prüfprozesse haben ein Prüfdatum, das jünger ist als ein Jahr? Die Antwort ist regelmäßig ernüchternd – und der Startpunkt für Annahmen-Kontrolle. Welche Systeme dabei Vorrang haben, klärt die Einstufung: Risikoklassen der KI-Verordnung – alle Antworten im EU-AI-Act-Hub.
Wo finden Sie den Gesamtüberblick zu Second Order Control?
Alle Konzepte, Ebenen und Prüfverfahren dieses Glossars führen auf eine gemeinsame Grundlage zurück: Second Order Control – die Kontrolle der Kontrolle. Dort finden Sie die Definition, das theoretische Fundament nach Heinz von Foerster und Niklas Luhmann sowie die Verbindung zur menschlichen Aufsicht nach Artikel 14 der KI-Verordnung.
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Johannes Faupel
Systemische Supervision und Executive Coaching
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