Unternehmenswert berechnen Faustformel (EBITDA)
Unternehmenswert berechnen: Faustformel (EBITDA)
Wie hoch ist der Unternehmenswert? Welchen Verkaufspreis können wir bei einer Veräußerung erzielen? Wie lässt sich zumindest ein Anhaltswert finden, mit dem wir zu einem Finanzberater und Steuerfachanwalt gehen? Diese Fragen kann eine Faustformel zumindest näherungsweise beantworten.
Dieser Online-Rechner unterstützt Unternehmer, Gesellschafter und Nachfolger dabei, einen orientierenden Unternehmenswert auf Basis einer einfachen EBITDA-Faustformel zu ermitteln – schnell, unverbindlich und ohne tiefes Finanzwissen. Er verknüpft ein normalisiertes EBITDA mit einem branchenüblichen Multiplikator und liefert daraus einen groben Richtwert für Kaufpreis, Verkaufspreis oder Verhandlungsrahmen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge oder eines Firmenverkaufs.
Der Rechner setzt ein bereits separat ermitteltes, normalisiertes EBITDA voraus und berechnet ausschließlich daraus – in Kombination mit einem Branchen-Multiplikator – einen näherungsweisen Unternehmenswert. Die detaillierte Herleitung des EBITDA aus Gewinn, Zinsen, Steuern und Abschreibungen erfolgt außerhalb dieses Tools, zum Beispiel im Gespräch mit Steuerberatern und Finanzexperten.
Die hier dargestellten Zahlen, Multiplikatoren und Ergebnisse dienen ausschließlich der Veranschaulichung, ersetzen keine individuelle Unternehmensbewertung und sind ausdrücklich keine Grundlage für rechtsverbindliche Entscheidungen, Verträge oder steuerliche Gestaltungen.
Wie funktioniert die Faustformel konkret? (Unternehmenswert = EBITDA × Branchen-Multiple)
Die Faustformel multipliziert ein normalisiertes EBITDA mit einem typischen Branchen-Multiple und liefert so einen groben Richtwert für den Unternehmenswert.
In der Fachsprache: Die EBITDA-Faustformel basiert auf einem bereinigten, nachhaltig erzielbaren EBITDA, das mit einem markt- und branchenspezifischen Multiplikator (EBITDA-Multiple, Finance Multiple) zur Ableitung eines indikativen Enterprise Value herangezogen wird.
Welche Branchen-Multiples sind üblich – und was bedeutet Branchen-Multiple?
Ein Branchen-Multiple ist ein Erfahrungswert dafür, wie viele Jahresgewinne in Ihrer Branche beim Firmenverkauf ungefähr gezahlt werden.
In der Fachsprache wählt man diese Begriffe: Branchen-Multiples sind empirisch abgeleitete Multiplikatoren aus M&A-Transaktionen vergleichbarer Unternehmen, differenziert nach Sektor, Geschäftsmodell, Unternehmensgröße und Wachstumsprofil, und dienen als Benchmark im Multiplikatorverfahren der Unternehmensbewertung.
Was ist der Unterschied zwischen Firmenwert, Unternehmenswert und Verkehrswert?
Alle drei Begriffe meinen im Alltag „Was ist die Firma wert?“, werden aber je nach Kontext etwas unterschiedlich verwendet.
In die Fachsprache übersetzt: Der Firmenwert bezeichnet häufig den Goodwill bzw. den über den Substanzwert hinausgehenden Mehrwert, Unternehmenswert (Enterprise Value, Equity Value) beschreibt den betriebswirtschaftlich ermittelten Gesamtwert des Unternehmens, während Verkehrswert bzw. Marktwert den am Markt erzielbaren Preis unter normalen Verkaufsbedingungen abbildet.
Wie bereinigt man den Gewinn zum normalisierten EBITDA?
Um ein realistisches EBITDA zu erhalten, entfernt man Sondereffekte aus dem Gewinn und rechnet Zinsen, Steuern und Abschreibungen hinzu.
In der Fachsprache sagt man: Für das normalisierte EBITDA werden Jahresüberschuss oder EBIT um einmalige Erträge und Aufwendungen, nicht betriebsnotwendige Kosten, Geschäftsführerlohn-Anpassungen, Abschreibungen, Zinsaufwand und Ertragsteuern bereinigt, um einen nachhaltigen, periodengerechten operativen Ergebnisbeitrag zu bestimmen.
Wie unterscheidet sich die Faustformel vom Ertragswertverfahren und anderen Bewertungsmethoden?
Die Faustformel liefert eine schnelle Näherung, während das Ertragswertverfahren und andere Verfahren eine deutlich detailliertere Bewertung ermöglichen.
Die EBITDA-Faustformel ist ein stark vereinfachtes Multiplikatorverfahren, während das Ertragswertverfahren, das vereinfachte Ertragswertverfahren nach BewG, das Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF) und das Substanzwertverfahren auf expliziten Planungsrechnungen, Kapitalisierungszinssätzen und Bewertungsstandards (z. B. IDW S1) basieren.
Eignet sich die Faustformel für kleine GmbH, Handwerksbetriebe oder Einzelunternehmen?
Ja, sie kann auch dort als grobe Orientierung dienen, ersetzt aber keine individuelle Bewertung durch Fachleute.
In der Fachsprache wählt man diese Begriffe: Für KMU, Handwerksbetriebe, Einzelunternehmen und kleine GmbH dient die EBITDA-Multiple-Faustformel lediglich als erste Indikation; spezifische Faktoren wie Unternehmensgröße, Inhaberabhängigkeit, Kundenstruktur, Betriebsvermögen, Rechtsform und Nachfolgesituation erfordern ergänzend eine detaillierte Unternehmensbewertung.
Unternehmenswert, Kaufpreis und Steuern: Was bleibt beim Verkauf netto übrig?
Zwischen berechnetem Unternehmenswert und dem Geld, das nach Steuern tatsächlich bei Ihnen ankommt, kann ein großer Unterschied liegen.
In der Finanzsprache heißt das: Ausgehend vom indikativ ermittelten Unternehmenswert bestimmen Kaufpreisverhandlungen, Deal-Struktur (Share Deal, Asset Deal), Kaufpreisanpassungen, Working-Capital-Klauseln, Verbindlichkeiten, Transaktionskosten und Ertragsteuern die letztlich realisierte Nettoerlösgröße für Verkäufer.
Kann ich den Unternehmenswert auch aus dem Umsatz abschätzen?
Ja, manche nutzen einfache Umsatz-Faustformeln, sie sind aber noch gröber als die EBITDA-Variante.
Umsatzbasierte Faustformeln arbeiten mit Umsatzmultiplikatoren (z. B. „Firmenwert = Jahresumsatz × Faktor“), sind jedoch weniger aussagekräftig als ertragsorientierte Verfahren, da sie Margen, Kostenstruktur, Cashflow und Kapitaldienstfähigkeit nur unzureichend abbilden.
Welche Rolle spielen Kundenstamm, Marktposition und immaterielle Werte (Goodwill)?
Ein stabiler Kundenstamm, eine starke Marktposition und bekannte Marke können den Verkaufspreis spürbar erhöhen.
Fachsprache: Kundenstammqualität, Wiederkaufrate, Marktstellung, Markenwert, Patente, Know-how und weitere immaterielle Vermögenswerte fließen als Goodwill-Komponenten in die Bewertung ein und beeinflussen Multiples, Risikoaufschläge und Kaufpreisfaktoren im Rahmen der Unternehmensbewertung.
Gibt es ein Rechenbeispiel zur Unternehmenswert-Faustformel?
Ja, ein einfaches Beispiel zeigt: EBITDA mal Branchen-Multiple ergibt einen ersten Richtwert für den Unternehmenswert.
In der Fachsprache wählt man diese Begriffe: Ein typisches Rechenbeispiel illustriert die Anwendung der EBITDA-Multiple-Methode, indem ein normalisiertes EBITDA mit einem marktkonformen Branchenmultiplikator multipliziert wird, um einen indikativem Enterprise Value als Ausgangspunkt für weitere Bewertungs- und Verhandlungsprozesse abzuleiten.
Wie nutze ich den Rechner als erste Einschätzung vor der professionellen Unternehmensbewertung?
Sie können mit dem Rechner einen groben Wert ermitteln und damit besser vorbereitet in Gespräche mit Beratern gehen.
Der Online-Rechner dient als niedrigschwellige Erstindikation zur Unternehmenswertbestimmung, liefert einen Orientierungs- und Anhaltswert und ersetzt weder ein fundiertes Gutachten noch eine professionelle Unternehmensbewertung durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, M&A-Berater oder zertifizierte Bewertungsexperten.
Entspricht der per Faustformel ermittelte Unternehmenswert dem möglichen Verkaufspreis?
Nein. Der mit der Faustformel errechnete Unternehmenswert ist (nicht immer) das, was man als Unternehmerfamilie oder Erben beim Verkauf eines Assets nach Steuern ausgezahlt bekommt. Ein entscheidender Faktor ist das Key Person Risk.
Was ist das Key Person Risk?
Das Key Person Risk beschreibt die Unsicherheit, die entsteht, wenn eine Schlüsselfigur – meistens ist das der Gründer – aus dem Unternehmen ausscheidet. In traditionsreichen, über Jahrzehnte oder Generationen geführten Unternehmen bündelt sich oft viel Wissen in einer Person: Kundenbeziehungen, Rezepturen, Fertigungsprozesse, Zugangsdaten, Codes. So kann ein heute prosperierendes Unternehmen im Moment des Eigentümerwechsels dramatisch an Wert verlieren, weil seine Produktivität, Stabilität und Innovationskraft von einem auf den anderen Tag einbrechen: ausschließlich aufgrund personenbezogener Faktoren.
Der zweite Rechner, der den Unternehmenswert ebenfalls anhand einer Faustformel schätzt, ergänzt diese Berechnung um die Komponente des Key Person Risk Audit und macht so den Einfluss der Schlüsselpersonen besser sichtbar.[link]
Nehmen Sie Kontakt auf: info@johannesfaupel.com oder +49 69 4800 8888
